Hoden/Penis

Hoden/Penis

Definition

Die akute Nebenhodenentzündung ist eine Infektion der Nebenhoden. Sie entsteht in den meisten Fällen durch Bakterien.

Die Entzündung des Nebenhodens (Epididymitis) kann auf den Hoden übergreifen. Man spricht dann von einer Nebenhoden-Hodenentzündung (Epididymorchitis).

Die Nebenhodenentzündung ist sehr schmerzhaft, heilt aber bei frühzeitiger Behandlung recht schnell wieder ab. Unbehandelt kann die Erkrankung einen chronischen Verlauf nehmen und zur Unfruchtbarkeit (Sterilität) führen.

Ursachen

In den meisten Fällen sind Bakterien (Chlamydien) für die Nebenhodenentzündung verantwortlich. Meistens handelt es sich um einen aufsteigenden Infekt, d.h. vom Harntrakt aus gelangen die Bakterien via Samenleiter in die Nebenhoden.

Clamydien können durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Aber auch andere Bakterien, die einen Harnwegsinfekt verursachen können, wie Colibakterien (Escherichia coli), Enterokokken Klebsiellen u.a., kommen in Frage.

Andere Ursachen:

  • Verletzung durch Unfall, Quetschungen, Tritt, Schlag
  • Infektion durch Harnkatheter (Dauerkatheter)
  • Seltener verschleppte Infektion über die Blutbahn, ausgehend von einem andern Infektionsherd im Körper z.B. bei einer Blasen- oder Prostataentzündung.
  • Als Begleiterkrankung von rheumatischen Erkrankungen.

Symptome (Beschwerden)

  • Schmerzen, Schwellung, Rötung der Nebenhoden.
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen können auch in der Leistengegend und in den Unterleib ausstrahlen
  • Ev. allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost
  • Später Druckschmerz am Hoden

Die akute Nebenhoden-Hodenentzündung entwickelt sich meist rasch in einem Zeitraum von ca. 24 bis 36 Stunden.

Diagnose (Untersuchung)

  • Krankengeschichte (Anamnese) unter Einbezug der Beschwerden; auch Nachfragen nach vorausgegangenen Entzündungen
  • Körperliche Untersuchung: Abtasten der Nebenhoden und der Hoden
  • Ultraschall
  • Blutuntersuchung: Entzündungsparameter
  • Urinuntersuchung (Harnwegsinfekt)
  • Temperaturmessung

Therapie (Behandlung)

Die Nebenhodenentzündung sollte so schnell wie möglich mit Antibiotika behandelt werden; ev. braucht es schmerz- und entzündungshemmende Medikamente.
Allgemeine Massnahmen

Kühle Wickel und Hochlagern des Hodens, keine körperlichen Anstrengungen.

Mögliche Komplikationen

  • Bei frühzeitiger Behandlung heilt die Nebenhodenentzündung ohne Folgen ab.
  • Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Abszessbildung (Eiteransammlung) im Nebenhodengewebe oder sogar zu einer Sepsis (Blutvergiftung)(=Notfall). Der Abszess muss dann chirurgisch behandelt werden.
  • Wenn die Nebenhodenentzündung nicht konsequent und lange genug behandelt wird, kann sie einen chronischen Verlauf nehmen.
  • Entwicklung einer Nebenhoden-Hodenentzündung (Epididymorchitis): im schlimmsten Fall ist die Entfernung der Nebenhoden und der Hoden notwendig.
  • Eine beidseitige ausgeprägte Nebenhoden-/Hodenentzündung mit Verschluss der Nebenhodenkanäle kann zur Zeugungsunfähigkeit führen, was eine Sterilität (Unfruchtbarkeit) bedeutet.

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

  • Harnweginfekte oder Prostataentzündungen müssen so früh wie möglich behandelt werden.
  • Ungeschützten Geschlechtsverkehr v.a. mit wechselnden Partnern vermeiden.
  • Ein sicherer Schutz vor bakteriellen Infekten bietet das Kondom.

Die Hodenentzündung (Orchitis) wird in einem separaten Krankheitsbild behandelt.

Definition

Unter einem Wasserbruch versteht man eine klar abgegrenzte Flüssigkeitsansammlung in der Hodenhülle. Die Hydrozele kann sich bereits im Embryonalstadium (=angeborene Hydrozele) oder später entwickeln (= erworbene Hydrozele). Männer ab 45 tragen ein erhöhtes Risiko.

Im Normalfall wandern die Hoden nach der Geburt von der Bauchhöhle in den Hodensack. Dabei entsteht eine kleine Spalte, die sich normalerweise vor oder nach der Geburt schliesst.

Bleibt die Spalte offen, kann sich Flüssigkeit im Hoden ansammeln; dadurch schwillt der Hoden an. Die angeborene Hydrozele tritt meistens beidseitig auf und verschwindet in den ersten paar Lebensmonaten spontan und vollständig wieder. Schliesst sich die Spalte nicht oder nicht komplett, kann sich dadurch eine indirekte Leistenhernie (Leistenbruch) bilden.

Ursachen

  • Nicht Schliessen des Bauchfells - angeborene Form (siehe oben)
  • Entzündungen der Hoden oder Nebenhoden - erworbene Form
  • Gewalteinwirkung (Schläge oder Tritte) erworbene Form
  • Unbekannte Ursachen

Symptome (Beschwerden)

  • Hodenschwellung einseitig oder beidseitig
  • Wenn die Schwellungen gross sind, kann es beim Sitzen oder Gehen zu Schmerzen kommen

Diagnose (Untersuchung)

  • Krankengeschichte (Anamnese) unter Einbezug der Beschwerden
  • Der Arzt kann die Hydrozele mit den Fingern ertasten
  • Ultraschall; damit kann der Arzt sehen, ob es sich um eine Hydrozele, um einen Leistenbruch oder allenfalls um Krampfadern im Hoden handelt (Varicozele). Ebenfalls müssen bösartige Erkrankungen und Blutungen ausgeschlossen werden.
Therapie (Behandlung)

Bei kleinen Kindern bildet sich die Hydrozele meist im ersten Lebensjahr zurück.
Punktionen (Stich mit der Nadel und Absaugen der Flüssigkeit): Davon wird aus Gründen des Infektionsrisikos und der Wiederansammlung der Flüssigkeit (Rezidiv) eher abgeraten.

Bei Erwachsenen kommt es auf die Grösse und die Beschwerden an. Je nach dem wird operiert oder nicht. Bei der Operation wird der Hodensack eröffnet, die Flüssigkeit abgesaugt und die Verbindung zwischen Bauchhöhle und Hodenhülle unterbrochen. Die Flüssigkeit wird danach auf Bakterien oder Krebszellen untersucht.

Mögliche Komplikationen

Nach erfolgter Operation kann es zu Blutergüssen kommen, die mit Eispackungen behandelt werden können und nach ein paar Tagen verschwinden.
Gelegentlich kommt es zu Hoden- oder Nebenhodenentzündungen und in wenigen Fällen zu einem Rezidiv (Wiederauftreten der Hydrozele).

Definition

Die Harnröhre (Urethra) beginnt am unteren Ende der Harnblase und mündet bei den Männern auf der Eichel, bei den Frauen im Scheidenvorhof.

Sie dient beiden Geschlechtern dem Ausscheiden des Urins, beim Mann auch zur Weiterleitung der Spermien. Die Harnöhre der Frau ist viel kürzer (bis 4 cm) als jene des Mannes (ca. 20 cm). Deshalb sind Frauen auch eher für Infektionen der Blase gefährdet, weil die Bakterien leichter und schneller in die Blase gelangen.

Bei der Verengung der Harnröhre (Harnröhrenstriktur) handelt es sich um eine gutartige Erkrankung. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich.

Ursachen

Oft ist die Ursache für eine Verengung der Harnröhre nicht klar.

Häufige Ursachen für eine Harnröhrenverengung:

  • Infektionen der Harnwege (z.B. Gonorrhoe, auch Tripper)
  • Infektionen der Vorhaut (Eichel, auch Balanitis)
  • Tumore der Harnröhre
  • Unfälle, insbesondere schwere Verletzungen im Beckenbereich
  • Technische Manipulatonen, z.B. Katheter, Spiegelungen, sexuelle Praktiken mit Fremdkörpern: Verletzungen damit können zu Narben und damit zu Verengungen in der Harnröhre führen.
  • Nach Prostataradikaloperationen oder andern Operationen im Harntrakt

Symptome (Beschwerden)

  • Probleme beim Wasserlassen, bis zum kompletten Urinstopp (Harnverhalt) = Notfall
  • Sehr dünner, gespaltener, abgedrehter Harnstrahl; Harnträufeln
  • Restharnbildung durch Widerstand beim Wasserlassen; Folgen: Blasenentzündung
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Blut im Urin

Diagnose (Untersuchung)

  • Krankengeschichte unter Einbezug der Beschwerden; Nachfragen nach vorausgegangenen Infektionen, Verletzungen
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschall: damit kann ein eventueller Restharn in der Blase und der Zustand der Blase beurteilt werden.
  • Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Urethrografie)
  • Spiegelung der Harnröhre (Urethroskopie)

Therapie (Behandlung)

Eine Infektion muss entsprechend medikamentös behandelt werden. Meistens wird zur Behandlung der Spezialist (Urologe) erforderlich.

Chirurgisch

Harnröhrenschlitzung: Unter Teil- oder Vollnarkose wird ein optisches Instrument in die Harnröhre eingeführt und mit einer Klinge oder mit einer Lasersonde wird die Verengung der Harnröhre erweitert. Anschliessend wir ein Katheter für ein paar Tage notwendig. Bei den meisten Fällen einer einmaligen, einfachen Harnröhrenverengung reicht diese Behandlung und es wird kein weiterer Eingriff notwendig.

Offene Operation:

Bei Wiederauftreten oder bei einer Verengung auf längeren Harnstreckenabschnitten, wird meistens eine offene Operation notwendig. Dabei wird mittels eines Dammschnittes oder eines Schnittes am Penis das verengte Stück herausgetrennt und mit neuem Gewebe (meistens von der Vorhaut oder von der Mundschleimhaut entnommen) ersetzt. Nach der Operation wird bis zur Abheilung ein Blasenkatheter für ca. 2 Wochen eingelegt.

Tumore: Tumore können die Harnröhre komplett verschliessen. Die Therapie des Tumors erfolgt je nach Art des Tumors.

Mögliche Komplikationen

In der Regel verlaufen die Operationen komplikationslos, weder mit Inkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust) noch mit Impotenz ist zu rechnen. In wenigen Fällen muss die Operation wiederholt werden.

Bei einer länger bestehenden, unbehandelten Harnröhrenverengung kann es zu einer Schwächung der Blasenmuskulatur kommen. Die Folgen können eine Blasenüberdehnung, Aussackungen der Blase (Divertikel) oder Blasensteine sein.

Andere Folgen: Harnwegsinfektionen, Nebenhodenentzündungen, Nierenstau, Nierenschrumpfung.

Definition

Bei der Vorhautentzündung handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Eichel am männlichen Glied.

Die Infektion wird entweder durch Bakterien oder Mikroorganismen (z.B. Pilze) einerseits oder die Haut irritierende Substanzen (allergisierende oder toxische Stoffe) andererseits ausgelöst. Hauptursachen für Infektionen: ungeschützter sexueller Verkehr und schlechte Hygiene; in seltenen Fällen auch als Begleiterkrankung anderer Krankheiten (z.B. Diabetes oder durch eine Vorhautverengung (Phimose)).

Die Balanitis kann in der Regel medikamentös gut und heilend behandelt werden. Unbehandelt kann sie das Harnsystem gefährden oder zu einer Prostata- oder Nebenhodenentzündung oder sogar zu einer Blutvergiftung (Notfall!) führen.

Hauptursachen

Infektion mit Bakterien oder andern Mikroorganismen (z.B. Pilze) durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch mangelnde, fehlende oder übertriebene Genitalhygiene. Durch übertriebene Waschungen wird die Haut zu stark entfettet oder geschädigt, so können Mikroorganismen oder toxische Stoffe gut eindringen.

Weitere Ursachen

  • Vorhautverengung (Phimose)
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen wie Gonorrhoe, Chlamydien-Infektion, Soor
  • Hautschäden durch Geschlechtsverkehr
  • Chemische Behandlung der Kondome (z.B. durch Spermiozyde) oder andere toxische auf das Glied aufgetragene Substanzen (z.B. Gleitmittel).
  • Vorhautentzündung als Begleiterkrankung bei:
  • Schwachem Immunsystem bei Diabetes (Zuckerkrankheit), HIV etc.
  • Morbus Reiter (entzündliche Gelenkserkrankung). Meist leidet der Betroffene zusätzlich unter Harnröhrenentzündung und Bindehautentzündung.
  • Morbus Behçet (eine Autoimmunerkrankung, die mit Gefässentzündungen einhergeht)
  • Weissfleckenkrankheit: Lichen sklerosus et atrophicans; hier kommt es zu weisslichen Flecken, zu Narbenbildungen, Dünnwerden der Vorhaut.

Symptome (Beschwerden)

  • Schwellung, Rötung und Schmerzen an der Eichel
  • Bei Infektionen gelber, eitriger Ausfluss (stinkt)
  • Probleme, Schmerzen und Brennen beim Wasserlösen
  • Ev. Schmerzen in der Leistengegend (Anschwellung der Lymphknoten)
  • Fortgeschrittenes Krankheitsbild: allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber können auf eine Blutvergiftung (Sepsis) hindeuten (= Notfall)

Diagnose (Untersuchung)

  • Krankengeschichte unter Einbezug der Beschwerden.
  • Untersuchung des männlichen Gliedes
  • Abtasten der Leistenlymphknoten
  • Abstrich und Bestimmung eines evtl. Krankheitserregers
  • Blut- und Urinproben
  • Ev. Gewebsprobe (Biopsie)

Therapie (Behandlung)

Wichtig ist die konsequente Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Diabetes). Bei einem bakteriellen Infekt macht es Sinn, den Sexualpartner ebenfalls zu behandeln.

Allgemein

  • Kamillenbäder wirken desinfizierend; sie können nebst der medikamentösen Behandlung angewendet werden.
  • Ev. Spülungen mit Kochsalzlösung
  • Genitalhygiene: beim Waschen die Vorhaut zurückziehen und die nackte Eichel sorgfältig waschen.

Medikamentös

  • Antibiotika: wirken gegen Bakterien
  • Antimyotika: wirken gegen Pilzinfektionen
  • Ev. Immuntherapie
  • Salben: je nach Erreger gegen Bakterien (Antibiotika), Pilze (Anitmyotika), entzündungshemmend (Steroid-Salben).
  • Bei immer wiederkehrenden Infektionen (Rezidiven) und bei Bestehen einer Vorhautverengung kann eine Beschneidung der Vorhaut helfen.

Mögliche Komplikationen

Bei konsequenter Einhaltung und frühzeitigem Beginn der Therapie heilt die Vorhautentzündung in der Regel problemlos ab.

Wenn zu lange gewartet wird, kann die Infektion hoch wandern in das Harn-Röhrensystem und dort zusätzliche Entzündungen verursachen, z.B. eine Harnröhren- oder Blasenentzündung, im schlimmsten Fall kann es zu einer Infektion der Prostata oder der Nebenhoden kommen.

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

  • Wie bei der Behandlung ist die Genitalhygiene wichtig: beim Waschen die Vorhaut zurückziehen und die nackte Eichel sorgfältig waschen.
  • Safer Sex mit Kondomen, besonders wichtig bei wechselnden Partnern.
  • Grunderkrankungen (wie z.B. Diabetes oder Entzündungen aller Art müssen konsequent behandelt werden.

Definition

Schwellung im Hodensack, meist linksseitig. Das Venengeflecht um den Hoden ist krampfaderähnlich ausgeweitet. Dies kommt vor allem bei Männern zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig Jahren vor.

Ursachen

Die Varicozele entsteht meistens dadurch, dass der Blutabfluss in die linke Nierenvene gestaut ist, es kommt zu einer Druckerhöhung in der Vene und die Venenklappen werden geschwächt. Durch die Druckerhöhung kommt es zu Aussackungen im Venenkomplex.

Primäre Varicozele:

Ursache anlagebedingt

Sekundäre Varicozele:
  • Verengung der Nierenvene durch die Hauptschlagader und einen der Abgänge derselben
  • Knick der Samenstrangvene
  • Knick durch einen Nierentumor, der die Hodenvene abklemmt
  • Gefässeinrisse oder Blutgerinnsel

Symptome (Beschwerden)

  • Oft keine Symptome, Zufallsdiagnose durch Arzt.
  • Schwellungen des Hodensackes, Sichtbar beim Stehen oder Pressen
  • Spannungen und Schmerzen beim Stehen und Laufen. Häufig wird lediglich über ein unbestimmtes Ziehen im Hoden geklagt
  • In der Adoleszenz unter Umständen ausstehende Produktion von Ejakulat

Diagnose (Untersuchung)

  • Körperliche Untersuchung
  • Sicht- und tastbar
  • Erweiterte Untersuchung Ultraschall oder Venendarstellung per Röntgen (Phlebographie).
  • Hormontests
  • Eventuell Spermienuntersuchung

Therapie (Behandlung)

Ob Operiert werden muss oder nicht muss individuell abgeklärt werden. Wenn nicht operiert wird, sollte nach einem halben Jahr eine Nachkontrolle mit Ultraschall erfolgen. Eine Varicozele wird normalerweise in folgenden Situationen behandelt:

  • Wenn sie Schmerzen verursacht.
  • Bei rechtsseitiger oder beidseitiger Varikozele
  • Bei Kindern und Jugendlichen, wenn die Varicozele gross oder der Hoden auf der betroffenen Seite kleiner ist.
  • Wenn die Fruchtbarkeit eingeschränkt ist (feststellbar mittels Spermiogramm oder Hormontests).

Die erweiterte Vene kann sowohl operativ entfernt resp. abgebunden als auch verödet werden (sogenannte Sklerosierung). Allerdings sind hierbei die Langzeitergebnisse etwas schlechter als bei der Operation (häufiger Rückfälle).

Mögliche Komplikationen

Es kann zu Schädigungen des umliegenden Gewebes kommen. Eine unbehandelte Varikozele kann - muss allerdings nicht - zu Unfruchtbarkeit führen.

 

Definition

Genitalwarzen (auch Feigwarzen oder Kondylome genannt) entstehen durch eine Infektion mit dem humanen Papilloma- Virus ( HPV). Dieses wird durch Geschlechtsverkehr oder anderen intimen Kontakt übertragen. Neben Chlamydien- und Herpes-Infektionen gehören Feigwarzen zu den häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen. Junge Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sind besonders gefährdet.

Es gibt etwa 100 verschiedene Untergruppen des HP-Virus. Die meisten sind harmlos. Einige Virustypen jedoch können in menschlichen Zellen zur Entartung führen. Aus solchen entarteten Schleimhautzellen kann bei der Frau Gebärmutterhalskrebs entstehen.

Seit Anfang 2007 gibt es eine Schutzimpfung, die gegen Subtypen des HP-Virus 6 und 11 schützen. Dieser Virustyp wird für 90% aller Genitalwarzen verantwortlich gemacht. Ein anderer Subtyp des HP-Virus wird in 70% der Fälle sogar für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht.

 Ursachen

In der Regel wird das Virus durch sexuellen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Besonders gefährdet sind junge Frauen mit häufig wechselnden Partnern und ungeschütztem Sex.

Kleine Hautverletzungen, Feuchtigkeit, eine geschwächte Immunabwehr sowie vorbestehende Entzündungen sind begünstigende Faktoren für eine HP-Virusübertragung.

Andere Begleitfaktoren können sein: Rauchen, Drogenmissbrauch wie Cannabis und Kokain sowie die Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten. Kinder können während der Geburt über den Geburtskanal von der Mutter angesteckt werden.

Symptome (Beschwerden)

HPV-Infektionen können still verlaufen. In diesem Fall gibt es keine äusseren Zeichen. Trotzdem können Betroffene das Virus weitergeben.

Frühestens ein paar Wochen nach der Ansteckung können Warzen beobachtet werden:

  • Einzelne oder in Gruppen auftretende, zuerst stecknadelkopfartige Warzen an den Genitalien und am Anus (bei den Frauen an den Schamlippen und am Gebärmutterhals; bei den Männern auf der Vorhaut, am Penisschaft oder an der Harnröhrenmündung; weiter am Anus oder spür- und sichtbar im Enddarm)
  • Die Wucherungen treten selten einzeln auf; sie neigen dazu, zu einem blumenkohlartigen Gebilde zusammenzuwachsen
  • Bei Oralsex können sich nach der Ansteckung Warzen an der Mundschleimhaut bilden
  • Selten kommt es zu Juckreiz oder Brennen; durch kleine Risse kann Blut austreten
    ·    Feigwarzen können aber auch so flach sein, dass sie von blossem Auge nicht erkennbar sind

Diagnose (Untersuchung)

Sichtbare Warzen erkennt der Arzt durch das typische Erscheinungsbild.

Möglichkeit, Feigwarzen sichtbar werden zu lassen: Man betupft die Stellen mit verdünnter Essigsäure; Feigwarzen werden als weisse Felder oder Tupfen sichtbar.

Mittels Spezialmikroskop wird der Arzt den Gebärmutterhals untersuchen, einen Abstrich sowie eine Gewebeprobe entnehmen. Der Abstrich sowie die Gewebeprobe (Biopsie) werden auf das HP-Virus untersucht. Bei bestehenden Feigwarzen nimmt der Arzt zusätzlich eine Rektoskopie (Spiegelung des Enddarmes) vor. Durch eine molekularbiologische Untersuchung kann das Erbgut des HP-Virus ermittelt und damit die Virus-Untergruppe bestimmt werden.

Therapie (Behandlung)

Feigwarzen heilen in vielen Fällen ohne Behandlung ab. Weil sie sich schnell ausbreiten, ist es aber wichtig, diese regelmässig zu kontrollieren.

Allgemeine Massnahmen

Wichtig: Bei einer Behandlung müssen immer alle Sexualpartner mitbehandelt werden.

Die Therapie hängt von der Form, der Grösse und der Lokalisation der Feigwarzen ab. Chronisch kranke Menschen mit einem gestörten oder schwachen Immunsystem (z.B. Aids-Kranke) müssen unterschiedlich behandelt werden.

Medikamentös

  • Imiquimod: Eine Substanz, die das Immunsystem stimuliert und so die Viren bekämpft; kann als Creme aufgetragen werden; Hautrötungen, Schwellungen und Brennen sind Nebenwirkungen, die auftreten können.
  • Interferon: Spezielles Eiweiss, das bei Virenbefall von den menschlichen Zellen selber produziert wird und so der Infektion entgegenwirkt; kann nach chirurgischer Behandlung als Gel aufgetragen werden.

Andere Behandlungsmöglichkeiten

  • Betupfen der Warzen mit einer verätzenden Lösung (Podophyllotoxin); Nebenwirkung: Schmerzen und Reizung der Haut
  • Trichloressigsäure: Wird vom Arzt in Abständen aufgetragen; Nebenwirkung: Schmerzen und Brennen der Haut. Die Behandlung muss mindestens während 3 Monaten fortgeführt werden
  • Kälteanwendungen (Kryotherapie): Vereisung der Warzen mit flüssigem Stickstoff

Chirurgisch

Unter örtlicher Betäubung können Feigwarzen mit Laserstrahlen, durch Elektrokoagulation oder mit dem Skalpell entfernt werden. Rezidive (erneutes Auftreten von Feigwarzen) sind jedoch häufig.

Mögliche Komplikationen

Trotz Behandlung ist die Rückfallquote gross. Auch abgeheilt können Feigwarzen wieder auftreten. Regelmässige Kontrollen sind deshalb wichtig. In etwa 20-30% der Fälle ist trotz konsequenter Therapie mit einem Wiederauftreten (Rezidiv) zu rechnen.

Bestimmte Untergruppen der HP-Viren haben die Tendenz, menschliche Zellen entarten zu lassen. Aus diesen bösartig-gewordenen Zellen kann Gebärmutterhalskrebs entstehen.

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Die Viren werden meistens durch Geschlechtsverkehr übertragen. Kondome bieten zwar keine 100-prozentige Sicherheit, können das Ansteckungsrisiko aber deutlich senken.

Gegen risikoreiche HPV-Stämme, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht werden, ist seit einigen Monaten in der Schweiz eine Impfung zugelassen. Die Impfung zeigte in Studien ebenfalls einen hohen Schutz vor der Entstehung von Warzen durch HP-Viren.

Die Impfung sollte bereits vor dem ersten Sexualverkehr erfolgen. Studien haben gezeigt, dass der Impfschutz bei bestehender HP-Infektion keinen therapeutischen Effekt hat.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt deshalb die Impfung allen jungen Frauen von 11 bis 14 Jahren. Die Impfung ist zugelassen für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 15 Jahren sowie für junge Frauen bis 26 Jahre.

Definition

Die Gonorrhoe ist die weltweit häufigste Geschlechtskrankheit. Die Bezeichnung kommt aus dem Griechischen und bedeutet Samenfluss; auch die Bezeichnung Tripper das Wort stammt von drippen, tropfen ist für die Krankheit gebräuchlich.

Bei der Gonorrhoe handelt es sich um eine seit Jahrhunderten bekannte Infektionskrankheit. Ausgelöst wird sie durch Bakterien und übertragen durch ungeschützten sexuellen Kontakt.

Zu Beginn macht die Gonorrhoe praktisch keine Beschwerden, weshalb sie unbemerkt durch Geschlechtsverkehr weitergegeben werden kann.

Männer wie Frauen können einerseits unfruchtbar werden; anderseits kann die Infektion bei der Geburt auf das Kind übertragen werden.

Ursachen

Die Krankheit wird durch das Bakterium Neisseria gonorhoeae (sogenannte Gonokokken) verursacht. Die Übertragung erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Geschlechtskrankheit ist meldepflichtig.

Bei der Infektion unterscheidet man die genitale (die Geschlechtsorgane-betreffend) und die extragenitale Gonorrhoe (Entzündung ausserhalb der Geschlechtsorgane).

Symptome (Beschwerden)

Die Inkubationszeit (die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt zwischen zwei und fünf Tagen.

Genitale Gonorrhoe (die Geschlechtsorgane-betreffend)

  • Entzündung der Schleimhäute: Bildung des typischen eitrigen, gelblich-grünen Ausflusses
  • Schmerzen am Damm und in der Blasengegend
  • Schmerzen beim Wasserlassen, vor allem beim Mann; die Frau hat meistens keine Beschwerden, ausser eventuell Ausfluss, der aber nicht selten als normale Sekretion interpretiert wird

Später können folgende Beschwerden dazukommen:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Beim Mann Entzündung der Prostata (Prostatitis), welche sich durch häufigen Harndrang, schmerzhaften Stuhlgang und Fieber bemerkbar machen kann

Die genitale Gonorrhoe kann sich wie folgt ausbreiten:

  • Entzündung der Samenblase und des Samenstrangs
  • Nebenhodenentzündung (Rötung, Schwellung, Druckschmerzen, ev. Fieber); Folge: Sterilität
  • Bei der Frau Entzündung der Eileiter; Folge: Sterilität
    Extragenitale Gonorrhoe

Hier breitet sich die Entzündung ausserhalb der Geschlechtsorgane aus.

  • Entzündung der Mundschleimhaut (durch Oralverkehr)
  • Entzündung des Anus (durch Analverkehr)
  • Infektion des Neugeborenen bei Ansteckung durch die Mutter
  • Bindehautentzündung: Lichtscheue, Lidschwellung; Gefahr von Ausbreitung der Infektion auf die Hornhaut, was zur Erblindung führen kann

Diagnose (Untersuchung)

  • Krankengeschichte unter Einbezug der Beschwerden; Nachfragen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr
  • Nachweis der Bakterien (Gonokokken) im Ausfluss oder Abstrich

Therapie (Behandlung)

Eine sofortige Behandlung der Gonorrhoe mit Antibiotika bringt schnelle Heilung. Wichtig ist, dass der oder die Sexualpartner mitbehandelt werden! Ansonsten stecken die Partner sich gegenseitig immer wieder neu an.

Vorbeugebehandlung des Neugeborenen

Sie besteht im Einträufeln von 1%iger Silbernitratlösung in jedes Auge. Oft wird auch eine ölige Penicillin-Lösung angewendet.

Mögliche Komplikationen

Unbehandelt kann die Gonorrhoe sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu einer dauerhaften Sterilität (Unfruchtbarkeit) führen; beim Neugeborenen zur Erblindung.

Selten kommt es zu einer Verschleppung der Infektion über das Blut in den ganzen Körper; dies kann sich äussern in:

  • Gelenk- und Sehnenschmerzen
  • Fieber
  • Ausschläge (rote Pusteln, braune Flecken) an Händen und Füssen
  • Augenentzündungen
  • Hirnhautentzündung und Herzmuskelentzündung

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Nur geschützter Geschlechtsverkehr mit Kondom kann vor einer Gonorrhoe schützen. Eine durchgemachte Erkankung gibt keine Immunität; das heisst, man kann wieder daran erkranken.

Definition

Hodenkrebs gehört zu den häufigsten Tumorerkrankungen und tritt meist bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren auf. Je früher der Hodenkrebs entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen. Dennoch sterben noch viele Männer an Hodenkrebs, weil er zu spät entdeckt wurde. Es liegt auch daran, dass Hodenkrebs lange ohne grosse Beschwerden einhergeht und Mann die wichtige und einfach durchzuführende Selbstuntersuchung zu wenig praktiziert.

Ursachen

Die Ursachen von Hodenkrebs sind nach wie vor nicht bekannt. Es zeigt sich eine Anhäufung von Hodenkrebsfällen bei Männern, die als Kinder unter Hodenhochstand litten, zeugungsunfähig sind und bei Männern, die früh in die Pubertät kamen. Männer mit familiärer Vorbelastung scheinen ebenfalls ein grösseres Risiko zu haben.

In der letzten Zeit wird oft von chemischen Expositionen, die zu Hodenkrebs führen können, geredet. So zum Beispiel bei Einsatz von chemischen Mitteln zur Insektenvernichtung und im Pflanzenschutz. Aber auch der Kontakt mit gewissen Schwermetallen und Lösungsmitteln wird mit Hodenkrebs in Zusammenhang gebracht. Ebenso werden Viruserkrankungen als Ursache für Hodenkrebs genannt.

Symptome (Beschwerden)

Am Anfang sind fast keine Beschwerden vorhanden: leichtes Ziehen in der Leistengegend; einseitige, schmerzlose, langsam zunehmende Hodenschwellung; manchmal ist ein Knoten im Hoden tastbar.

Später kommt es häufig zu Schwellungen der Lymphknoten im Bereich des Beckens und der Wirbelsäule (äussern sich als unspezifische Rückenschmerzen). Der Hoden wird grösser und schmerzhaft. In fortgeschrittenem Stadium haben sich oft schon Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet. Unbehandelt führt der Hodenkrebs zum Tod. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Heilungschancen gut.

Diagnose (Untersuchung)

Was macht der Arzt?

  • Krankengeschichte (Anamnese) unter Einbezug der Beschwerden
  • Gründliche Untersuchung des Hodens
  • Ultraschall, wenn nötig Gewebeproben
  • Ev. Röntgenuntersuchung und/oder Computertomographie zum Ausschluss von Krebsablagerungen
  • Blutuntersuchung: Tumormarker
  • Weiterleitung zum Spezialisten (Urologen)

Was können Sie selber tun?

Jeder Mann kann seine Hoden leicht selbst kontrollieren: Dazu tastet er sie in entspanntem Zustand ab, etwa unter der Dusche oder beim Baden. Das sollte regelmässig ungefähr einmal im Monat geschehen. Wenn sich die Hoden verändern, sollte der Betroffene sich möglichst bald vom Arzt untersuchen lassen.

Therapie (Behandlung)

Bei Bestätigung des Krebsverdachts wird meist der betroffene Hoden entfernt und je nach Krebsart und Stadium mit einer Chemotherapie und/oder einer Strahlentherapie behandelt. Je nach Befall müssen auch Lymphknoten entfernt werden.

Mögliche Komplikationen

Bei frühzeitiger Entdeckung und bei entsprechender Behandlung stehen die Heilungschancen sehr gut (90%). Meist kann sogar die Zeugungsfähigkeit erhalten werden. Beim Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Impotenz kommen.

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Leider gibt es kaum Möglichkeiten dem Hodenkrebs vorzubeugen, da die Ursachen noch zu wenig bekannt sind. Männer mit Leistenhoden oder Hodenhochstand sollten sich allerdings operieren lassen. Bei Knaben sollte dies noch im Vorschulalter erfolgen.
Wichtig ist die regelmässige Selbstuntersuchung (siehe Rubrik Untersuchungen)