Robotik (DaVinciXi)

Robotik (DaVinciXi)

"Da Vinci" steht für die modernste Entwicklung auf dem Gebiet der minimal-invasiven Chirurgie. Damit können schonende Bauchspiegelungsoperationen (Laparoskopie) mit hochauflösender 3- dimensionaler Präzision vorgenommen werden. Wir verfügen seit 2015 über das neueste DaVinci System (DaVinci Xi).

Seit Anfangs 2000 wurde die radikale Entfernung der Prostata mittels Da Vinci zunehmend als Standardtherapie in der täglichen klinischen Anwendung etabliert.

Weitere Krankheitsbilder, wie die Entfernung von bösartigen Blasen- und Nierentumoren, sowie die Nierenbeckenabgangsenge können mittlerweile dank jahrelanger Erfahrung ebenfalls durch uns an der Klinik Hirslanden durchgeführt werden.

Technik der Da Vinci Chirurgie

Grundlage der Da Vinci Operationstechnik ist die präzise Übertragung der Hand- und Fingerbewegungen des Operateurs auf die Operationsinstrumente. Daher ist der häufig gebrauchte Begriff "robotische Chirurgie" genau genommen nicht korrekt. Vielmehr handelt es sich um einen computerisierten Telemanipulator, der nach dem sog. "master-slave Prinzip" arbeitet. Die hierbei zur Anwendung kommenden Sicherheitsstandards sind durchaus mit denen der Flugzeugindustrie vergleichbar.

Wie bei konventionellen Bauchspiegelungseingriffen werden auch bei der Da Vinci Technik die Instrumente über kleine Hülsen, die etwa den Durchmesser eines Füllfederhalters haben, in den Bauchraum eingebracht. Darüber hinaus hat Da Vinci mehrere Vorteile gegenüber der konventionellen Laparaskopie. Die Da Vinci Instrumente verfügen über kleine mechanische Handgelenke, die man in ihrer Feinheit und Beweglichkeit schon fast als technische Wunder bezeichnen kann. Tatsächlich werden an sie in 7 Freiheitsgraden exakt die Bewegungen der Finger und Hände des Operateurs übertragen, der das Op-Feld über eine 3-dimensionale Optik mit der Möglichkeit der stufenlosen Vergrößerung einsieht. So ist er in der Lage auch feinste Strukturen, wie z.B. Nervenbündel und kleine Gefäße, sicher zu identifizieren um genau, gewebeschonend und mit minimalen Blutverlust zu operieren.

Die entsprechend für die Patienten selbst wahrnehmbaren Vorteile sind:

  • die schnelle schmerzfreie postoperative Erholung
  • der kurze stationärer Aufenthalt im Krankenhaus
  • das gute kosmetische Ergebnis
  • die exakte Schonung der Erektionsnerven bei potenzerhaltenden Operationen

Für eine roboterassistierte Operation eignen sich alle Eingriffe die früher offen oder laparoskopisch durchgeführt wurden. Durch die moderne Technik gelingt einerseits ein mikroskopisch genaues Arbeiten und andererseits eine anspruchsvolle Rekonstruktion im Bereich des Operationsgebietes. Die vollständige Entfernung der Prostatadrüse (radikale Prostatektomie) wegen Prostatakrebs ist weltweit die häufigste Operation für das roboterunterstützte Da Vinci-System. Durch die moderne Technik und die grosse Erfahrung unsererseits wird so eine ausgezeichnete onkologische Heilung mit funktionellen Resultaten erreicht. Insbesondere im Hinblick auf Kontinenz und Potenz, was die Lebensqualität der so behandelten Patienten steigert.

Da Vinci Prostata Operation

Die komplette Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs (radikale Prostatektomie) ist heute die am häufigsten durchgeführte Operation, bei der das Da Vinci System zur Anwendung kommt.

In standartisierten Schritten wird die Prostata von der Blase getrennt, anschließend unter Erhalt der Erektionsnerven aus ihrem bindegewebigen Bett gelöst und schließlich unter sorgfältiger Schonung des Schließmuskels von der Harnröhre abgesetzt. Nachdem die Prostata in einem kleinen sog. Bergebeutel untergebracht ist und aus dem Körper entfernt. Die Prostata wird dann, zur Schnellschnitt Diagnostik (inhouse) abgegeben. Dies erlaubt uns noch während der laufenden Operation ob der Tumor vollständig entfernt wurde. Im Anschluss werden die lokalen Lymphdrüsen der Prostata präszise entfernt. Dann wird durch eine feine fortlaufende Naht die Blase mit der Harnröhre verbunden.

Der eigentlichen Operation schließt sich ein ca. 3-stündiger Aufenthalt im sog. Aufwachraum an, wo Anästhesisten nach der Narkose Atmungs- und Herz-Kreislauffunktionen überwachen und medikamentös die Schmerzfreiheit sicherstellen.

Bei problemlosem Verlauf wird der Patient anschließend auf die Normalstation zurückverlegt, wo er abends von seinen Angehörigen besucht werden kann. Die Mobilisierung (aufstehen, selbstständiges Waschen) beginnt am nächsten Tag (1. postoperativer Tag). Ca. am 4./5. postoperativen Tag wird die Dichtigkeit der Verbindung von Harnröhre und Blase geprüft und danach die Entlassung geplant.

Da Vinci Blasen Operation

Bei Blasentumoren, die die Blasenmuskulatur befallen haben, muß ggf. die Blase und ihre lokalen Lymphdrüsen komplett entfernt werden. Die sorgfältige Entfernung der Lymphdrüsen ist wesentlicher Bestandteil der Operation und hat einen gesicherten Einfluß auf das Überleben der Patienten.

Auch diese Operation wird mittlerweile minimal-invasiv mit dem Da Vinci System durchgeführt. Nach der Entfernung der Lymphdrüsen und der Harnblase über einen kleinen Hautschnitt, wird über den selben Zugang nach Möglichkeit eine neue Blase aus Darm geformt und mit der Harnröhre oberhalb des erhaltenen Schließmuskels verbunden.

Die Dauer des postoperativen Aufenthaltes wird ganz wesentlich von dem Allgemeinzustand des Patienten und seiner eventuellen Begleiterkrankungen bestimmt. Häufig ist eine Entlassung zwischen dem 8. und 10. postoperativen Tag möglich.

Zusammenfassung und Ausblick

Für den Einsatz der Da Vinci-Technologie eignen sich heutzutage nahezu alle urologischen Eingriffe. Die radikale Entfernung der Prostata bei Krebsleiden, die organerhaltende Entfernung von Nierentumoren, die komplette Entfernung der Niere bei Tumoren oder funktionslosen Nieren, die plastische Korrektur eine Nierenbeckenabgangsenge, Lymphknotenentfernungen und die radikale Blasenentfernung beim Blasenkrebs. Der Einsatz der Da Vinci-Technologie ist komplikationsarm und zeichnet sich durch wenig Schmerzen nach der Operation, geringem Blutverlust und damit rasche Rehabilitation aus. Insbesondere kann heutzutage bei Prostataoperationen nahezu immer eine Nervenschonung angestrebt werden was den Erhalt der Potenz und der Kontinenz verspricht.

In Zukunft ist auch die Fusion von bildgebender Diagnostik in den Da Vinci-Roboter geplant. Hier können die vorher durchgeführten MRI-Diagnostikbilder der Prostata in den Bildschirm des Da VinciRoboters eingespielt werden. Dieses wird die Präzision der Operationstechnik nochmals erhöhen.