Steinzentrum

Nierensteinbehandlung

In Zusammenarbeit mit der Privatklinik Lindberg wurde auf Initiative von Dr. med. Remo Largo und Dr. med. Jan Brachlow das erste, private Nierensteinzentrum in Winterthur 2019 gegründet.

Dieses setzt sich aus unserer Praxis an der Marktgasse 41 (Zentrum für Urologie) in Winterthur und der Privatklinik Lindberg zusammen. In der Praxis bieten wir die ambulante Beratung, Abklärung und Nachsorge bei allen Arten von Steinleiden an. Dank langjähriger Erfahrung, Auslandaufenthalten und einer ständigen Weiterbildung ist es uns möglich, die aktuell modernsten Verfahren aus dem gesamten chirurgischen Behandlungsspektrum für das jeweilige Steinleiden zu wählen und anzubieten.

Wer unter akuten Schmerzen durch Nierensteine leidet, braucht schnelle Hilfe. In der Privatklinik Lindberg in Winterthur können dank der engen Zusammenarbeit mit dem hauseigenen 24-Stunden-Notfall diagnostischen Abklärungen, Schmerzbehandlungen und falls nötig minimalinvasive Eingriffe in der Regel innert Tagesfrist durch uns erfolgen.

Bei Abklärungen von speziellen steinfördernden Stoffwechselerkrankungen besteht eine enge Zusammenarbeit mit Nephrologen/Endokrinologen und Ernährungsberatern.

Nierensteine, auch Harnsteine oder Harnleitersteine genannt, treten bei etwa 5 Prozent aller Schweizer auf, wobei Männer doppelt so oft betroffen sind wie Frauen.

1.1. Definition Nieren und Harnleiterstein

Im Urin hat es viele konzentrierte Mineralien und Salze welche kristallisieren können und sich in den Nieren ablagern können (Nephrolithiasis). Meistens verlassen diese die Nieren unbemerkt. Sie können die mit der Zeit an Grösse zunehmen und in Extremfällen die gesamte Niere ausfüllen. Wandert ein Stein in den Harnleiter spricht man von einem Harnleiterstein (Ureterolithiasis).

1.2. Anatomie

Die Nieren, die Harnleiter und die Blase, gehören zum Harntrakt. Dieser ist für die Produktion, den Transport und die Speicherung von Urin verantwortlich. Die Nieren sind für den Flüssigkeitshaushalt des Körpers zuständig. Es sind paarige Organe im Körper, welche sich beidseits seitlich der Wirbelsäule auf Höhe des unteren Rippenbogens befinden. Die Harnleiter leiten den Urin von den Nieren zur Blase und sind dünne muskuläre Schläuche.

1.3. Symptome von Nieren- und Harnleitersteinen

Ob ein Nieren- oder Harnleiterstein Schmerzen verursacht, hängt von vielen Faktoren ab und ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Je nach Lage und Grösse im Bereich des Harntraktes können Schmerzen oder andere Symptome entstehen. Die meisten Steine welche in der Niere sind, verursachen keine Beschwerden. Gerät ein Stein in den Harnleiter, bleibt dort stecken und unterbricht so den Urinfluss. Dabei kann es zu stärksten wellenförmigen Flankenschmerzen kommen, welche in den Unterbauch und Leiste der betroffenen Region ausstrahlen können. Auch kann es zu einem Schmerzgefühl in den äusseren Genitalien kommen. Zusätzlich sind diese Symptome oft mit

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blut im Urin
  • Schmerzen beim Wasserlösen
  • Fieber

vergesellschaftet. Die Nierenkolik ist eine urologische Notfallsituation und bedarf sofortiger Behandlung. Sollten zusätzlich Fieber und Schüttelfrost bestehen muss zwingend urologischer Hilfe in Anspruch genommen werden. Häufig werden Nierensteine als Zufallsbefund bei radiologischen Untersuchungen gefunden, welche im Rahmen der Abklärung anderer Beschwerden stattgefunden haben. Diese verursachen keinerlei Beschwerden und werden als asymptomatisch bezeichnet.

1.4. Zusammensetzung von Nierensteinen

Harnsteine bestehen aus unterschiedlichem Material und haben unterschiedliche Farben. Um die genaue Zusammensteinanalyse bestimmen zu können, sind der intraoperative Aspekt und die Steinanalyse sehr wichtig. Ungefähr 70 - 80% der Steine bestehen aus Calciumoxalat. Etwa 5-10 % bestehen aus Harnsäure und Uraten und weitere 10-20% bestehen aus Phosphaten.

1.5. Warum entstehen Nierensteine

Nierensteine können durch ein Ungleichgewicht von Stoffen, welche über die Niere ausgeschieden werden entstehen. Dabei kann die Konzentration im Urin so hoch sein, dass diese oberhalb ihrer Löslichkeit liegen und sich in der Niere als Kristalle ablagern. Zusätzlich gibt es Stoffe, welche eine Kristallbildung fördern (Promotoren) und andere welche sie verhindern (Inhibitoren). Ist dieses natürliche Gleichgewicht verlagert kann es zur Bildung von grösseren Ablagerungen kommen.

Darunter versteht man die Untersuchungen, welche nötig sind um herauszufinden, was die Symptome verursacht. Dazu gehört die Erhebung einer Anamnese (Gespräch) und die körperliche Untersuchung. Zudem werden zusätzliche Hilfsmittel mittels bildgebender Verfahren hinzugezogen.

Dies kann mit einem Ultraschall als Erstuntersuchung und einer Computertomographie (CT) des Bauchregion zur besseren Differenzierung durchgeführt werden. In der akuten Phase, wenn der Stein im Harnleiter ist, wird am häufigsten ein CT zur genauen Lage und Bestimmung der Grösse des Steines durchgeführt, da es eine schnelle und genaue Diagnose erlaubt.

3.1. Notfall

In der akuten Phase ist eine Schmerzkontrolle das primäre Behandlungsziel. Zur Basisdiagnostik erfolgt eine Urin- und Blutuntersuchung. Es folgt die Ultraschalluntersuchung durch den urologischen Facharzt und die weitere radiologische Abklärung zur Erhärtung der definitiven Diagnose.

3.2. Konservative Therapie

Bei normalen Blut- und Urinwerten sowie einem nicht zu grossen Harnleiterstein, ist eine konservatives Vorgehen möglich. Es kann eine medikamentöse Unterstützung zum Abgang des Steines verschrieben werden. Im weiteren Verlauf sollten regelmässige Kontrollen durch den Urologen stattfinden um den Steinabgang zu bestätigen. Ein wichtiger Bestandteil ist das regelmässige Sieben des Urins durch den Patienten um den Stein aufzufangen.

3.3. Aktive Therapie

Steine sollten ab einer bestimmten Grösse, bei Grössenzunahme, auf Wunsch und selbstverständlich bei Symptomen behandelt werden. Insgesamt gibt es drei Methoden zu Therapie von Steinen die Extrakorporelle Stosswellenlithotryspie (ESWL), die Ureterorenoskopie (URS) und die perkutane Nephrolithotomie (PNL).

3.3.1. ESWL

Dabei werden die Steine von aussen unter radiologischer oder sonographischer Kontrolle zertrümmert. Dies geschieht durch fokussierte Schallwellen, welche durch die Haut auf den Stein übertragen werden. Dadurch wird der Stein zerkleinert und die Trümmerstücke sollten über den Urin ausgeschieden werden. Diese Therapie wird ambulant und mit oder ohne Narkose durchgeführt.

(Bild/FILM EAU)

(Bild/FILM EAU)

 

3.3.2. URS

Hierbei handelt es sich um eine Methode in der mit dünnen Instrumenten entlang der natürlichen Wege der Stein erreicht und vor Ort und unter direkter Sicht zerkleinert wird. Dadurch ist diese Methode sehr erfolgreich. Dazu braucht es keinen Schnitt aber eine Teil- oder Vollnarkose.

(Bild/FILM EAU)

(Bild/FILM EAU)

(Bild/FILM EAU)

(Bild/FILM EAU)

 

3.3.3. PNL

Bei der PNL handelt es sich um einen Eingriff, bei dem der Stein operativ direkt aus der Niere entfernt wird. Dazu benötigt es einen kleinen Hautschnitt und definitiv eine Vollnarkose.

(Bild/FILM EAU)

(Bild/FILM EAU)

(Bild/FILM EAU)

(Bild/FILM EAU)

 

3.3.4. Roboterassisterte Nieren- resp. Harnleitersteinen bei komplexen Steinformen

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Bei Patienten bei denen bereits Nierensteine diagnostiziert worden sind, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es wieder zu einem Steinereignis kommen kann. Aus diesem Grund wird der Urologe nach der definitiven Steinbehandlung eine Beurteilung vornehmen um zu bestimmen ob die betroffene Person zu einer niedrigen oder hohen Steinneubildung neigt. Dazu werden Blut- und Urinuntersuchungen sowie eine Steinanalyse benötigt. Bei geringem Risiko sind Umstellungen im Alltag genügend. Dazu gehören folgende Punkte: Trinken Sie ausreichend:

  • Eine Trinkmenge von 2-3 Litern ist anzustreben
  • Die Trinkmenge soll über den ganzen Tag gleichmässig verteilt sein
  • Die Farbe des Urins sollte hell (lindenblütenteefarben)

Anpassung der Ernährung

  • Das Ziel soll eine ausgewogene abwechslungsreiche Kost sein
  • Viel Gemüse und Früchte (insbesondere Zitrusfrüchte)
  • Ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen
  • Genügend Einnahme von Calcium (mindestens 1000mg/Tag). Definitiv zu bevorzugen sind Calciumreiche Nahrungsmittel anstelle von Präparaten
  • Sehr salzreiche Nahrungsmittel und Nachsalzen von Speisen soll vermieden werden

Generelle Empfehlungen:

  • Achten Sie auf Ihr Gewicht
  • Bewegen Sie sich ausreichend

Sollten Sie zu einem hohen Risiko zu Steinbildung neigen ist eine weitere vertiefte Abklärung zu empfehlen. Dazu wird eine Reihe von Urin und Blutuntersuchungen stattfinden. Je nachdem wird Ihr behandelnder Urologe mit Ihnen die dementsprechenden Behandlungsmöglichkeiten besprechen